LFB

An die Mitglieder

des BFB-Arbeitskreises

„Bildung und Fachkräfte“

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

vielleicht haben Sie die schlimmen Entwicklungen zum Thema Ausbildungsplatzabgabe in Berlin letzte Woche wahrgenommen.  Der BFB hat sich dazu bereits bei  LinkedIN, im Freiberufler-Ticker und in den kommenden Ausgaben des BFB-Newsletters und des „der freie beruf“ geäußert. 

Ein Video mit BFB-Hauptgeschäftsführer Peter Klotzki findet sich hier:

https://www.linkedin.com/company/bundesverband-der-freien-berufe/posts/?feedView=all <https://www.linkedin.com/company/bundesverband-der-freien-berufe/posts/?feedView=all>

Kurz umrissen sieht der aktuelle Gesetzentwurf zur Ausbildungsplatzumlage so aus:

Der aktuell im parlamentarischen Verfahren befindliche Gesetzentwurf zur sogenannten Ausbildungsplatzumlage ist ein politischer Irrweg. Er trifft ausgerechnet jene Betriebe, die ausbilden wollen, aber trotz größter Anstrengungen keine geeigneten Bewerberinnen oder Bewerber finden. Wer niemand Passenden findet, soll trotzdem zahlen – das ist eine doppelte Bestrafung. Nach den vorliegenden Plänen sollen bereits Unternehmen ab zehn Beschäftigten zur Kasse gebeten werden, wenn sie eine starre Ausbildungsquote von rund 4,6 Prozent nicht erfüllen. Das Unternehmen muss bis 0,5 Prozent der Bruttolohnsumme zahlen – unabhängig von der realen Bewerberlage. Gerade in wirtschaftlich schwierigsten Zeiten ist das ein fatales Signal. Zugleich schwingt ein grundlegendes Misstrauen gegenüber Unternehmern mit – daran ändern auch Schwellenwerte und die Wortwahl nichts: Eine Umlage bleibt für viele eine Strafabgabe. Statt die eigentlichen Probleme anzugehen, setzt dieser Gesetzentwurf auf Zwang, Umverteilung und zusätzliche Bürokratie. Nötig wären bessere Berufsorientierung, ein funktionierender Übergang von der Schule in den Beruf und echte Unterstützung für Unternehmen, die ausbilden möchten. Stattdessen entsteht ein System, in dem die Abgaben eines kleinen mittelständischen Betriebs ohne Auszubildende dazu verwendet werden können, zusätzliche Ausbildungsplätze in einem Großkonzern zu finanzieren. Das Gesetz hilft Jugendlichen und Betrieben nicht. Es belastet Unternehmen und bläht Verwaltung weiter auf. Im Kern droht hier zudem eine Blaupause zu entstehen, die weit über Berlin hinaus Wirkung entfalten könnte.

Aktuell liegt uns die im Vergleich zur Fassung vom Juli 2025 deutlich veränderte Fassung noch nicht vor. Hier die alte Fassung:

https://www.berlin.de/sen/arbeit/top-themen/ausbildungsumlage/ <https://www.berlin.de/sen/arbeit/top-themen/ausbildungsumlage/>

Mehr Informationen gibt es hier:

https://www.uvb-online.de/ausbildungsabgabe-darum-geht-es <https://www.uvb-online.de/ausbildungsabgabe-darum-geht-es>

Dazu die gemeinsame Pressemitteilung der Berliner Wirtschaft und des Verband der Freien Berufe Berlin .

https://www.uvb-online.de/gesetz-zur-ausbildungsplatzabgabe-ist-misstrauensvotum-gegen-die-berliner-wirtschaft <https://www.uvb-online.de/gesetz-zur-ausbildungsplatzabgabe-ist-misstrauensvotum-gegen-die-berliner-wirtschaft>

Pressemitteilung des Bürgermeisters Kai Wegner:

https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1654757.php <https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1654757.php>

Der BFB wird Sie weiter auf dem Laufenden halten. Als nächster Schritt soll der Gesetzentwurf im Berliner Senat debattiert und beschlossen werden.

Für alle Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Natasha Volodina
Senior Managerin berufliche Bildung,
allgemeine Bildungspolitik, Volkswirtschaft